Wissenschaftler des Instituts für Geologie und Geophysik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (IGGCAS) analysierten Fotografien und Spektraldaten, die mit dem mineralogischen Spektrometer der automatischen interplanetaren Station "Chang'e-5" an ihrem Landeplatz auf dem Mond gewonnen wurden. Als Ergebnis wurde festgestellt, dass der Regolith an der Landestelle der Sonde 120 bzw. 180 Gramm Wasser pro Tonne Boden bzw. Gestein enthält, was viel weniger ist als auf der Erde.
Im Zuge der Studie untersuchten die Wissenschaftler nicht nur die Bilder, sondern auch die Daten zur spektralen Reflektivität des Regoliths und der Gesteine, die mit dem im Sondendesign verfügbaren Spektrometer gewonnen wurden. Sie können den Wassergehalt anhand der Lichtabsorption der Wassermoleküle abschätzen. Diese Methode ist jedoch nicht sehr genau, da die von der Mondoberfläche erzeugte Wärme die gesammelten Daten beeinflusst. Chinesischen Wissenschaftlern ist es gelungen, diese Auswirkungen durch die Verwendung eines thermischen Korrekturmodells zu kompensieren.
Die erhaltenen Daten zeigen den Wassergehalt im Mondboden (120 Gramm pro Tonne) und leichten Blasengestein (180 Gramm pro Tonne). Laut Forschern ist Sonnenwind die wichtigste Wasserquelle im Boden. Gleichzeitig erklärt sich der höhere Feuchtigkeitsgehalt im Gestein durch eine unbekannte Quelle unter der Mondoberfläche. Nach dem Empfang der Spektraldaten sammelte die Chang'e-5-Sonde auch 1.731 Gramm Boden, die später mit der Rückführkapsel zur Erde geliefert wurden.
„Die von der Sonde gelieferten Proben sind eine Mischung aus Körnchen, die von und von der Oberfläche gesammelt werden. Vor Ort konnte die Sonde jedoch nur die äußere Schicht der Mondoberfläche vermessen“, sagt Lin Honglei, IGGCAS-Mitarbeiterin.
Ausführlichere Informationen über die Forschung chinesischer Wissenschaftler wurden kürzlich in der Zeitschrift Science Advances veröffentlicht. Die Quelle stellt fest, dass Beweise für das Vorhandensein von Wasser auf dem Mond früher erhalten wurden, aber sie alle beruhten auf der Untersuchung von Mondproben, die zur Erde geliefert wurden, oder auf Beobachtungen von Orbitern.
2022-01-10 18:16:34
Autor: Vitalii Babkin