Der Atombombenabwurf auf Asteroiden als Mittel zum Schutz der Erde vor einer tödlichen Bedrohung wird nur in den Filmen gerechtfertigt, während sich in der Praxis die Zerstörung massiver kosmischer Körper in eine ebenso tödliche Salve von Steinsplittern auf unserem gesamten Planeten verwandeln wird. Aber so schlimm kann es nicht sein, das haben neue Simulationen gezeigt. Wenn einen Monat vor der Kollision eine Atombombe neben einem Asteroiden gezündet wird, fliegen fast alle Trümmer an der Erde vorbei.
Simulationen von Forschern des Lawrence Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) haben gezeigt, dass die atomare Zerstörung eines Asteroiden eine praktikable Option sein könnte, selbst wenn nur noch Monate bis zur erwarteten Kollision verbleiben. Die Aufgabe, eine Nuklearwaffe an einen bestimmten Punkt im Weltraum zu bringen, ist jedoch ein weiteres Problem.
LLNL verfügt wie eine Reihe anderer nationaler US-Laboratorien über leistungsstarke Werkzeuge zur Simulation von Atomexplosionen. Daher muss der Forschung volle Aufmerksamkeit geschenkt werden. Bisher wurde das Szenario des Atombombenabwurfs von Asteroiden aufgrund seiner offensichtlichen Gefahr für die Erde von Wissenschaftlern nicht berücksichtigt, aber es stellt sich heraus, dass dies vergeblich ist. Simulationen haben gezeigt, dass die Explosion einer Ein-Megatonnen-Atombombe direkt über der Oberfläche eines 100-Meter-Asteroiden 99% seiner Masse von der Erde wegnehmen würde, wenn sie einen Monat vor der erwarteten Kollision mit der Erde gezündet würde.
Wenn die Bombe zwei Monate vor der Kollision gezündet wird, werden 99,9% der Masse des Asteroiden von der Erde entfernt. Bei wirklich für die Menschheit tödlichen Asteroiden mit größerem Durchmesser müssen Atomschläge in Serie abgegeben werden, jedoch mindestens sechs Monate vor der Kollision. Bei der Modellierung wurden übrigens die erheblichen Gravitationseinflüsse auf den Asteroiden durch die Weltraumobjekte des Sonnensystems berücksichtigt, daher sind die Vorhersagedaten so nah wie möglich am realen Stand der Dinge.
Derzeit hält die NASA an dem Konzept einer sanften Änderung der Flugbahnen von für die Erde gefährlichen Asteroiden fest. Die Satelliten sollen auf Asteroiden mit kosmischer Geschwindigkeit abgeworfen werden, damit die kinetische Energie der Einschläge die Bahnen von den für die Erde gefährlichen Bahnen verschiebt. Der erste Versuch in diese Richtung soll am 23. November beginnen. Ein Einschlagssatellit der DART-Mission wird in den Weltraum zum Doppelsternsystem der Asteroiden Didyme und Dimorf geschickt, das den kleineren (Dimorph) trifft und seine Flugbahn voraussichtlich ändern wird. Auch bei diesem Experiment ist nicht alles eindeutig, aber irgendwo muss man anfangen. Wenn ein für die Erde tödlicher Asteroid am konventionellen Horizont auftaucht, ist es für Experimente zu spät.
2021-10-16 16:08:58
Autor: Vitalii Babkin