SeaTwirl hat die Markteinführung seiner revolutionären S2-Windkraftanlage im nächsten Jahr angekündigt. Das Rekordgerät seiner Klasse wird vor der Küste in der Nähe der Gemeinde Bokn in Norwegen installiert. Die Leistung der Windmühle sollte mindestens 1 MW betragen, aber das ist nur der Anfang – das Projekt des Unternehmens umfasst Anlagen mit einer Leistung von bis zu 30 MW.
SeaTwirl entwickelt und testet seit 2012 vertikale Windkraftanlagen. Der große Vorteil dieser Bauweise liegt darin, dass sich der Generator selbst und alle wichtigen Komponenten auf Höhe der Wasserlinie befinden und nicht wie bei Modellen mit horizontalem Grundriss in atemberaubender Höhe auf dem Turm. Dies vereinfacht und reduziert die Kosten für ihre Installation und Wartung um ein Dutzend Mal, schon weil keine teuren Schiffskräne verwendet werden müssen.
Ein weiterer Pluspunkt ist, dass das S2 ein schwimmendes System mit Ankern ist, sodass es in tiefem Wasser installiert werden kann. Solche Windmühlen erzeugen keinen Nachlauf, daher können sie fast dicht nebeneinander aufgestellt werden. Bei einer vertikalen Konstruktion spielt die Windrichtung keine Rolle, aufwendige Turmwendesysteme sind nicht erforderlich. Der Schwerpunkt liegt knapp unter dem Wasserspiegel, dadurch steht das Windrad auch bei stürmischem Wetter sehr stabil.
Die Höhe von S2 erreicht 55 m, der Unterwasserbalancer senkt sich um weitere 80 m. Der Generator hält einer Windlast von 50 m/s stand, aber die optimale Betriebsweise ist bei Winden bis zu 25 m/s. Die Lebensdauer wird auf 25-30 Jahre geschätzt, die Kosten der erzeugten Energie nach dem LCoE-Standard werden mit 50 $ pro 1 MWh berechnet. Theoretisch wird der Einsatz solcher Windkraftanlagen die Anwendung des Potenzials des Meereselements auf weite Gebiete ausdehnen. In der Praxis gibt es jedoch große Zweifel an der Skalierbarkeit dieser Geräte – eine 30-MW-Windmühle wird alle bestehenden Offshore-Strukturen an Größe übertreffen.
2022-09-16 16:56:56
Autor: Vitalii Babkin