Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Operation ist die Bestimmung der genauen Narkosemitteldosis, die dem Patienten verabreicht werden sollte. Dies wird durch mehrere Faktoren beeinflusst, insbesondere Gewicht, Alter und Geschlecht. Andernfalls kann es sein, dass die operierte Person im Falle einer Überdosierung nach der Narkose einfach nicht "aufwacht".
Ebenso wichtig ist die Kontrolle des Narkosemittelspiegels im Blut und während der Operation. Oftmals können Anästhesisten, ohne dies zu wissen, nicht genau feststellen, ob eine Narkosezugabe notwendig ist, um das Leben des Patienten nicht zu gefährden.
Dieses Problem löste eine gemeinsame Gruppe von Wissenschaftlern des Schweizer Forschungsinstituts EPEL, des Universitätsspitals Lausanne und der Polytechnischen Universität Turin, die ein Versuchsgerät im "Smart Pen"-Format entwickelten. Es misst während der gesamten Operation kontinuierlich den Anästhesiespiegel im Blut des Patienten.
Das Funktionsprinzip ist ganz einfach: In die Nadel des Geräts integrierte Sensoren, die in die Vene eingeführt werden, erfassen die Konzentration des Anästhetikums im Blutserum. Gleichzeitig berechnet der „Smart Pen“ mithilfe von KI-basierten Algorithmen zunächst den Narkosemittelspiegel im Blut und überträgt die Daten anschließend per Bluetooth. Dank der erhaltenen Informationen werden bei Bedarf automatisch zusätzliche Dosen hinzugefügt.
2021-06-02 15:08:09
Autor: Vitalii Babkin