Neulich schlug Bundeskanzler Olaf Scholz vor, den Betrieb der drei verbleibenden hiesigen Atomkraftwerke bis Mitte April nächsten Jahres zu verlängern. Dies geschah unter dem Druck der schwersten Energiekrise in Europa. Das Bundesministerkabinett Deutschlands hat diesen Vorschlag, der gestern von den Wirtschafts- und Umweltministern dieses Landes öffentlich bekannt gegeben wurde, wenn auch mit einem Knarren, aber gebilligt.
Der Ausstieg aus der Kernenergie und der Wechsel von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Energieträgern wurde erstmals 2002 von der Regierung Gerhard Schröder beschlossen. Später im Jahr 2011, nach dem Unfall im japanischen Kernkraftwerk Fukushima, definierte die neue deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel das Jahr 2022 als das letzte Jahr für den Betrieb von Kernkraftwerken in Deutschland. Im Dezember 2021 wurden drei der sechs verbliebenen Reaktoren deutscher Kernkraftwerke stromlos geschaltet, im Dezember dieses Jahres sollten die letzten drei Reaktoren vom Netz genommen werden.
Die schwierige Lage im Energiesektor und Probleme bei der Gas- und Kohleversorgung Deutschlands, die die Stromerzeugung durch Kohle- und Gasheizkraftwerke stark reduzieren, zwangen die Behörden, ihre feste Absicht aufzugeben, die letzten Kernkraftwerke zu stoppen die zuvor eingestellte Zeit. Die gestern vom Bundeskabinett beschlossene Novelle des Atomgesetzes ermöglicht die Verlängerung des Betriebs der letzten drei Reaktoren bis zum 15. April 2023.
Die Behörden betonen, dass dies der letzte Termin sei. Kraftwerken ist es untersagt, neue Brennstäbe zu kaufen. Daher wird eine Abschaltung der Kapazitäten unvermeidlich sein, ebenso wie eine allmähliche Verringerung der von diesen Reaktoren erzeugten Leistung angesichts der Erschöpfung der Brennstoffe.
„Der Atomausstieg bleibt wie er ist“, sagte Bundesumweltministerin Steffi Lemke von den Grünen. Deutschland wird am 15. April 2023 endgültig aus der Kernenergie aussteigen. Es wird keine Laufzeitverlängerung und keine Neuanschaffungen von Brennstäben und damit keinen zusätzlichen hochradioaktiven Abfall geben.“
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck versicherte, dass das Land im Winter 2023/24 bessere Startbedingungen haben werde: „Wir werden deutlich mehr Gas importieren können, auch über unsere eigenen LNG-Terminals. Stromnetze werden gestärkt, Transportkapazitäten erhöht. Außerdem wird es zusätzliche Erzeugungskapazitäten im Netz geben, insbesondere für die Nutzung erneuerbarer Energiequellen.“
Der Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie bedeutet nicht, dass andere europäische Länder diesen Weg gehen werden. Der französische Präsident Emmanuel Macron hat eine nukleare Renaissance und einen Plan zum Bau von mehr als zehn neuen Kernkraftwerken im Land angekündigt, und er ist nicht der einzige in der EU, obwohl es in Brüssel starken Widerstand gegen die Pläne zum Ausbau der Kernenergie im Land gab Union.
2022-10-21 15:42:02
Autor: Vitalii Babkin