China hat den Bau des größten Solarradioteleskops der Erde, Daocheng (DSRT), abgeschlossen. Die 6-Meter-Reihe von Antennen ist in einem Kreis mit einem Umfang von 3,14 km zusammengebaut und stellt die größte der verteilten Rundantennen der Welt dar. Alle 313 Antennen des Arrays arbeiten phasenweise konsistent und beobachten die Sonne als einen einzigen 3,14-km-Funkspiegel.
In den nächsten zehn Jahren planen China und andere Länder, in der Nähe des Mondes und darüber hinaus aktiv zu sein. In solchen Umlaufbahnen schützt das Magnetfeld der Erde nicht mehr vor Strahlung, so dass Astronauten und Techniker anfällig für hochenergetische Teilchen der Sonnenstrahlung sind. Es ist ein wesentliches Element des Weltraumwetters in unserem System und das Wissen über sein Verhalten ist sowohl für die Entwicklung der Raumfahrt als auch für das Erdenleben von entscheidender Bedeutung. Darauf muss man vorbereitet sein, womit das neue chinesische Teleskop helfen wird.
Bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts wusste die Erdwissenschaft nichts von einem solchen Phänomen wie dem koronaren Ausstoß der Sonnenmasse. Es tritt auf, wenn sich die Magnetfelder der Sonne verändern und von Flecken in der Sonne begleitet werden. Es ist einfach unmöglich zu sagen, wohin die Freisetzung von hochenergetischen Teilchen geleitet wird und sie in Richtung Erde oder irgendwo im Universum fliegen werden. Tatsächlich kann das DSRT-Teleskop auch die Richtung des Partikelausstoßes nicht genau angeben. Eine 3D—Karte des Sonnenwindes wird von einem anderen chinesischen Radioteleskop, Mingantu, erstellt, das in der Inneren Mongolei gebaut wird.
Das Mingantu-Teleskop ist ein sogenanntes Szintillationsteleskop, das eine räumliche Karte der Sonnenwindverteilung durch Verzerrung von Funksignalen aus dem fernen Weltraum erstellen wird.
Das DSRT-Radioteleskop wird im Juni nächsten Jahres nach einer Reihe von Vorbereitungsarbeiten und Einrichtung der Geräte in Betrieb gehen.
Wir treten in das goldene Zeitalter der Sonnenastronomie ein, da wir viele große Solarteleskope haben ", sagte Maria Kazachenko, Sonnphysikerin an der Universität von Colorado in Boulder, in einem Interview mit Nature.
2022-11-30 18:24:30
Autor: Vitalii Babkin
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