Es wurde bekannt, dass China in den kommenden Jahren die aktive Erforschung des Mondes fortsetzen will. Geplant ist insbesondere die Umsetzung der Chang'e-6-Mission, in deren Rahmen Bodenproben von der Mondrückseite zur Erde geliefert werden.
Im vergangenen Jahr führte China die Chang'e-5-Mission durch, die zum ersten Mal seit mehreren Jahrzehnten Mondboden auf unseren Planeten brachte. Der nächste Schritt in diesem Programm wird schwieriger, da die Wissenschaftler Bodenproben aus dem Südpol-Aitken-Becken gewinnen wollen, dem größten Mondkrater auf der Rückseite des Satelliten.
Bereits jetzt laufen die Vorbereitungen für den Flug der Chang'e-6-Sonde, die 2024 Proben sammeln und zur Erde zurückkehren muss. Den vorliegenden Daten zufolge wird die Raumsonde aus einem Orbiter, einem Lander, einem Mondrover und einer Sinkkapsel bestehen. Das Südpol-Aitken-Becken ist ein riesiger Einschlagskrater mit einem Durchmesser von etwa 2500 km, der fast ein Viertel der Rückseite des Mondes einnimmt. Wissenschaftler glauben, dass die Untersuchung des Bodens des alten Kraters wichtige Informationen über die Geschichte des Mondes und des Sonnensystems liefern wird.
Das chinesische Landemodul Chang'e-4 landete 2019 zusammen mit dem Mondrover Yuytu-2 auf der Rückseite des Satelliten unseres Planeten. Derzeit funktioniert der Mondrover weiter und übermittelt Daten an Wissenschaftler über die Ergebnisse der Arbeiten im alten Krater Von Karman auf der südlichen Hemisphäre der anderen Seite des Mondes. Die Möglichkeit, Bodenproben von der anderen Seite des Mondes zu untersuchen, wird wichtige Informationen über die Entstehungsgeschichte des Satelliten und vieles mehr liefern. Der genaue Landeplatz für die Chang'e-6 wurde noch nicht bekannt gegeben.
An Bord der "Chang'e-6" wird es auch Ausrüstung von Chinas Partnern aus anderen Ländern geben. Frankreich wird ein DORN-Instrument zur Verfügung stellen, um Radongas und seine Freisetzung aus Mondregolith zu untersuchen. Das italienische Nationalinstitut für Kernphysik (INFN) wird einen Laser-Retroreflektor bereitstellen, ein Werkzeug, um Licht zurück zu seiner Quelle zu reflektieren. Mit ihrer Hilfe können Wissenschaftler die Laufzeit des Lichts zur Strahlungsquelle messen und diese Daten in Entfernungen umrechnen. Darüber hinaus ist geplant, in der Struktur ein Gerät russisch-chinesischer Entwicklung zu platzieren, das auf der Mondoberfläche nach Wassereis suchen soll. Das von schwedischen Wissenschaftlern entwickelte Gerät zum Nachweis negativer Ionen wird zu einem weiteren Forschungswerkzeug für Chang'e-6.
2021-07-08 15:21:42
Autor: Vitalii Babkin