Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat ein Strafverfahren gegen das Top-Management des Bitcoin-Mining-Unternehmens Northern Data eingeleitet. Das Frankfurter Unternehmen meldete Finanzergebnisse, die deutlich schlechter ausfielen, als das Unternehmen prognostiziert hatte.
Zuvor gaben Wirtschaftsvertreter an, dass das geplante Betriebsergebnis 45-60 Millionen Euro und der Umsatz 120-140 Millionen Euro betragen wird. Dennoch unterscheiden sich die Ergebnisse, die den Behörden nach einigen Monaten vorgelegt werden, radikal von den zuvor angekündigten. Das Unternehmen wies einen Betriebsverlust von 12,3 Millionen Euro und einen Umsatz von 16,4 Millionen Euro aus.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sagte gegenüber Reportern, sie habe eine potenzielle Marktmanipulation „im Zusammenhang mit Northern Data“ festgestellt, aber noch keine Einzelheiten bekannt gegeben.
Letztes Jahr hat sich das Unternehmen von Northern Bitcoin in Northern Data umbenannt und behauptet, zusätzlich zum Bitcoin-Mining auch im High-Performance-Computing (HPC) und KI-Computing tätig zu sein. Gerüchten zufolge ist es jedoch immer im Hauptgeschäft des Bergbaus und des Handels mit Bitcoins geblieben.
Laut Northern Data basieren die Vorwürfe auf einer möglicherweise irreführenden Veröffentlichung, die das Unternehmen im November 2019 veröffentlicht hat. Das Unternehmen sagte, der große Unterschied zwischen den Gewinnerwartungen und der Realität sei auf „die Unmöglichkeit zurückzuführen, mit den beiden Hauptkunden Gewinne zu erzielen“, da diese Verträge „im Geschäftsjahr 2020 keine nennenswerten Einnahmen generierten“.
Vor dem Hintergrund der Nachrichten verlor die Aktie des Unternehmens 43%, konnte aber seither leicht im Kurs zulegen, obwohl sie noch weit von ihren früheren Indikatoren entfernt ist.
2021-10-04 16:18:14
Autor: Vitalii Babkin