Teil der Nutzlast der jüngsten Cygnus-Mission, die am vergangenen Samstag, dem 19. Februar, zur ISS gestartet wurde, war der Nanosatellit NACHOS. Es ist für die Früherkennung von Anzeichen von Vulkanausbrüchen gedacht, noch bevor sie beginnen, wodurch Sie sich besser auf die Katastrophe vorbereiten können.
Der Name des NACHOS-Apparates steht für „Nanosat Atmospheric Chemistry Hyperspectral Observation System“ – er wird die Erdoberfläche aus einer Umlaufbahn von 480 km Höhe beobachten. Der Nanosatellit wird im Mai eingesetzt, wenn die Mission Cygnus 17 endgültig abgeschlossen ist und das Frachtschiff die ISS verlässt. Sobald der Satellit in Betrieb ist, wird er in der Lage sein, Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid und andere charakteristische vulkanische Gase auf einer Fläche von nur 0,4 km² zu erkennen.
NACHOS wird nicht nur mit Vulkanen arbeiten können: Stickstoffdioxid beispielsweise ist ein Standardprodukt bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe und entpuppt sich als Spurengas für Kohlendioxid, das zur Erderwärmung beiträgt. Kurzfristig wird es jedoch für die Frühwarnung vor Eruptionen am nützlichsten sein: Erst in diesem Jahr gelang es, den pazifischen Hunga-Tonga-Hunga-Haapai und den italienischen Ätna zu bemerken.
Der wichtigste Vorteil des Nanosatelliten ist nicht nur das an Bord vorhandene Hyperspektrometer, sondern auch ein spezieller, auf künstlicher Intelligenz basierender Datenverarbeitungsalgorithmus, der ihr Volumen reduziert und die Zeit für ihre Übertragung zur Erde verkürzt. Dadurch können Wissenschaftler schneller auf eingehende Signale reagieren. Nach dem Einsatz im Mai wird NACHOS etwa ein Jahr lang im Orbit operieren, und ein weiterer wird in Zukunft als Teil des Weltraumtestprogramms des US-Verteidigungsministeriums in den Orbit geschickt.
2022-02-23 09:19:46
Autor: Vitalii Babkin