Die Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) und rund 30 lokale Unternehmen und Institutionen planen, gemeinsam eine wiederverwendbare Trägerrakete zu entwickeln, um die Kosten für Weltraumstarts deutlich zu senken. Es wird davon ausgegangen, dass bei Verwendung einer wiederverwendbaren Rakete die Kosten für einen Start etwa 25 % des aktuellen Startpreises einer Einweg-Trägerrakete betragen.
An dem Projekt beteiligen sich neben JAXA auch Unternehmen wie Mitsubishi Heavy Industries und ANA Holdings. Berichten zufolge soll die erste in Japan hergestellte wiederverwendbare Trägerrakete bis 2030 in den Weltraum fliegen. Der Schritt soll die Wettbewerbsfähigkeit bei Weltraumstarts auf das Niveau des Branchenführers gegenüber dem amerikanischen Luft- und Raumfahrtunternehmen SpaceX steigern.
Die derzeit verwendeten japanischen H-IIA- und Epsilon-Raketen sind nicht recycelbar. Wenn ein Teil der Trägerrakete mehrmals verwendet werden kann und sich nur auf die Wartung zwischen den Starts beschränkt, werden die Kosten für den Start von Satelliten in den Weltraum erheblich gesenkt. Führend in diesem Segment ist SpaceX, das 2018 etwa 60 % des weltweiten Marktes für kommerzielle Satellitenstarts hielt. Die Quelle stellt fest, dass ein einzelner Start einer SpaceX Falcon 9-Rakete etwa 6 Milliarden Yen (52,9 Millionen US-Dollar) kostet, während jeder Start einer H-IIA-Rakete 10 Milliarden Yen kostet. Die Schaffung einer wiederverwendbaren Trägerrakete wird dies ändern und Japan auf dem Markt für kommerzielle Weltraumstarts wettbewerbsfähiger machen, sagte die Quelle.
JAXA arbeitet mit Dutzenden von Partnern zusammen, um bis 2026 einen Raketenprototyp zu entwickeln. Die ersten Flugtests sind für Ende des Jahrzehnts geplant, danach will Japan mit der kommerziellen Nutzung der wiederverwendbaren Rakete beginnen. Nach Ansicht japanischer Experten wird die Erschließung dieses Gebiets die Kosten für einen Raketenstart bis Anfang der 1940er Jahre auf etwa 500 Millionen Yen reduzieren.
2021-11-28 11:21:30
Autor: Vitalii Babkin