Die japanische Raumfahrtagentur JAXA gab die Selbstzerstörung der Epsilon-6-Rakete auf ein Signal des Missionskontrollzentrums 10 Minuten nach dem Start bekannt. Die Rakete konnte keinen sicheren Flug fortsetzen, was im Falle eines Absturzes auf die Erde eine Bedrohung darstellte. Um die Situation zu beheben, mussten daher Sofortmaßnahmen ergriffen und der Träger zerstört werden.
Die sechste unbemannte Rakete der Epsilon-Serie beförderte einen großen und acht kleine Satelliten in den Orbit, um innovative Technologien zu demonstrieren. JAXA übertrug den Start live vom Uchinoura Space Center in der Präfektur Kagoshima, aber nach einiger Zeit wurde die Übertragung aufgrund eines Problems unterbrochen.
Epsilon-Feststoffraketen werden seit 2013 von Japan erfolgreich betrieben. Die Variante ist kompakter als bisher verwendete Flüssigtreibstoffraketen und ist der Nachfolger des M-5-Festtreibstoffmodells, das 2006 wegen hoher Kosten eingestellt wurde. JAXA charakterisiert die neue Rakete als eine Entwicklung, die die Schwelle zum Weltraumflug in einer Zeit senkt, in der jeder den Weltraum aktiv nutzen kann.
Der Cubesat RAISE-3 sollte im Rahmen der Mission Innovative Satellite Technology Demonstration-3 mindestens ein Jahr im Orbit sein, Universitäten, Forschungsinstitute und Unternehmen wurden eingeladen, ihre Technologien auf dem Satelliten einzusetzen. Beispielsweise hat die Universität Tokio einen Pulsed-Plasma-Motor vorbereitet. Neben RAISE-3 versuchten sie auch, acht Mikrosatelliten für verschiedene Zwecke ins All zu schicken.
Der letzte gescheiterte Start in Japan war 2003, als ein Start von Spionagesatelliten zum Ausspionieren Nordkoreas abgebrochen wurde. Dann trat ein Fehler in der Rakete der H2A-Serie auf.
2022-10-12 15:04:42
Autor: Vitalii Babkin