Wissenschaftler haben ein injizierbares Hydrogel vorgestellt, das das Aneurysma wirksam blockiert, ohne benachbarte gesunde Zellen zu schädigen. Der neue Ansatz hat großes Potenzial für die Behandlung kritischer Gefäßerkrankungen, wie erste Studien zeigen.
Ein Aneurysma ist eine Erweiterung oder Vorwölbung der Gefäßwand. Um die Entwicklung des Worst-Case-Szenarios – einer Aneurysmaruptur – zu verhindern, wenden Wissenschaftler verschiedene Strategien an, darunter Katheter oder Flüssigkeitsblocker, aber alle haben ihre Nachteile. Nun haben Wissenschaftler des Terasaki Biomedical Innovation Institute ein injizierbares STH-Hydrogel vorgestellt, das Aneurysmen fest blockiert und gleichzeitig zur Selbstresorption fähig ist.
Das auf Gelatine basierende Hydrogel wird mit Nanopartikeln und bestimmten Chemikalien für mechanische Steifigkeit und physiologische Stabilität verstärkt, erklären die Autoren.
Die Effizienzbewertung wurde an Modellen von Blutgefäßen mit einem konstanten pulsierenden Blutfluss, wie dem vorliegenden, getestet. Während der vier Tage des Experiments behielten die Hydrogelpfropfen erfolgreich ihre Stabilität bei und verursachten keine Schäden an benachbarten Zellen.
Sobald die Gefäßwand verheilt ist, kann das Hydrogel entfernt oder auf natürliche Weise zersetzt werden, erläutern die Autoren. Ihrer Meinung nach bietet die neue Strategie vielversprechende Möglichkeiten bei der Behandlung kritischer Gefäßerkrankungen.
Die Ruptur eines Aneurysmas endet in den allermeisten Fällen tödlich, wenn die medizinische Versorgung nicht rechtzeitig erfolgt. Kürzlich haben Wissenschaftler ein Medikament entwickelt, das das Sterberisiko um bis zu 85 % senken kann.
2022-09-22 16:39:19
Autor: Vitalii Babkin