Das durch das Glas einfallende Sonnenlicht erhöht die Temperatur im Raum, was zu einem übermäßigen Stromverbrauch von Klimaanlagen führt - sofern vorhanden. Ein relativ kostengünstiges Material, das von Wissenschaftlern aus Singapur und Israel entwickelt wurde, ermöglicht es Ihnen, die Eigenschaften von Glas zu "schalten", um es nach Belieben für Infrarotstrahlung unempfindlich zu machen, was die Temperatur erhöht.
Es gibt bereits elektrochrome Brillen, die auf Wunsch des Benutzers einen Teil des Sonnenspektrums speichern können, aber in der Regel sorgen solche Technologien dafür, dass die Brille selbst gedimmt wird, weshalb das für das Auge sichtbare Licht des Spektrums teilweise blockiert wird. Außerdem "filtern" sie nicht unbedingt das Infrarotspektrum, das die Wärmequelle ist.
Die kostengünstige Beschichtung wurde von Wissenschaftlern der Nanyang Technological University of Singapore und der Israeli Hebrew University in Jerusalem entwickelt und besteht im Wesentlichen aus einer Mischung aus Titandioxid, Wolframtrioxid, Seltenerdlegierungen auf Basis von Neodym und Niob sowie Kassiterit. Es wird auf gewöhnliches Glas aufgetragen und an eine Stromquelle angeschlossen.
Wenn zusätzliche Wärme durch Sonneneinstrahlung kein Problem darstellt (z. B. im Winter), kann die Abdeckung ausgeschaltet werden. In warmen und heißen Monaten wird es aktiviert und blockiert bis zu 70 % der Infrarotstrahlung, während bis zu 90 % des sichtbaren Sonnenlichts durch das Glas dringen.
Darüber hinaus beginnen nach einigen Berichten gewöhnliche elektrochrome Gläser nach drei bis fünf Jahren Gebrauch ihre Eigenschaften zu verlieren. Tests zeigen, dass das neue Material deutlich länger hält. Darüber hinaus können die Fenster zusätzlich mit Carbon-Nanopartikeln beschichtet werden, die bei Bestromung auch externe Wärme blockieren.
Die Möglichkeit, nicht nur die vom Sonnenlicht ausgehende Wärme, sondern auch die Infrarotstrahlung der Umgebung zu isolieren, wird den Entwicklern zufolge vor allem in gemäßigten Klimazonen nützlich sein, in denen sich das Wetter je nach Jahreszeit stark ändert.
2021-11-10 17:11:44
Autor: Vitalii Babkin