Eine detaillierte Untersuchung von Sternen über viele Jahrzehnte hinweg hat es ermöglicht, sich ein Bild von ihrem Lebenszyklus in allen Stadien der Evolution zu machen, einschließlich der Vielfalt möglicher Sterntypen. Aber das Universum ist so riesig, dass Entdeckungen auch dort möglich sind, wo niemand sie erwartet. So haben Astronomen beispielsweise einen neuen Sterntyp entdeckt, der nicht in das Bild moderner Modelle ihrer Evolution passt.
Eine Gruppe deutscher Astronomen unter der Leitung von Professor Klaus Werner von der Universität Tübingen hat einen seltsamen neuen Sterntyp entdeckt, der mit einem Nebenprodukt des brennenden Heliums bedeckt ist. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlicht, die auch einen Artikel mit einer möglichen Erklärung des Phänomens veröffentlichten.
Beobachtungen haben gezeigt, dass sich auf der Oberfläche des Sterns die Produkte der thermonuklearen Verbrennung von Helium befinden - Kohlenstoff und Sauerstoff, während die Temperatur des Sterns und seine Größe darauf hindeuten, dass er dieses Stadium seiner Entwicklung noch nicht erreicht hat. Jedenfalls aus der Sicht moderner Theorien zur Entwicklung von Sternen.
In diesem Stadium sollte der beobachtete Stern Helium und Wasserstoff auf seiner Oberfläche haben und nicht die "Asche" von verbranntem Helium in Form von Kohlenstoff- und Sauerstoffkernen. Mit anderen Worten, im Kern des beobachteten Sterns finden weiterhin thermonukleare Fusionsreaktionen mit Helium statt, aber die beobachteten Zerfallsprodukte an der Außenseite der Sternhülle widersprechen einer solchen Entwicklung der Ereignisse.
Da die Theorie das entdeckte Phänomen nicht erklären kann, haben Wissenschaftler vermutet, dass der Stern mit „Asche“ eines von ihm auseinandergerissenen Weißen Zwergs bedeckt war – einst ein Partner dieses Sterns in einem Doppelsternsystem. Um jedoch alle Bedingungen zu erfüllen, müsste die Kombination von Massen, Umlaufbahnen und Alter der Sterne selbst im riesigen Universum ziemlich einzigartig und selten sein. Was ist das, die Ausnahme oder die Regel? Für Wissenschaftler gibt es noch einen weiteren Grund, einen bestimmten Sterntyp genauer unter die Lupe zu nehmen, um das Wissen über ihre Entwicklung zu erweitern.
2022-02-16 11:54:06
Autor: Vitalii Babkin