Mindestens 10 % des weltweiten Strombedarfs können durch Meereswellenenergie gedeckt werden, wenn sie effizient gewonnen werden kann. In diese Richtung arbeitet das irische Unternehmen Ocean Energy, das seine Riesenturbine bereits in den Gewässern der Hawaii-Inseln getestet hat. Jetzt hat sie einen Vertrag zur Installation eines Prototyps in der Nordsee nahe den Orkney-Inseln unterzeichnet.
Die genauen Abmessungen der neuen Anlage sind noch nicht bekannt, aber die vorherige, die in der Nähe von Hawaii arbeitete, war 38 x 18 Meter groß und wog 826 Tonnen. Im Testmodus erzeugte diese Boje 500 kW Energie mit der technologischen Fähigkeit, 1,25 MW zu erzeugen.
Das Funktionsprinzip der OE35-Anlage ist relativ einfach, schreibt New Atlas: Drei große versiegelte Kammern werden auf den Meeresgrund abgesenkt. Wenn der Wasserspiegel in ihnen steigt, steigt die unter Druck stehende Luft nach oben. Beim Absenken wird die Luft zurückgesaugt. Wells-Turbinen, die Ende der 1970er Jahre erfunden wurden, erzeugen Strom für diesen Verkehr in beide Richtungen. Ihr Design ermöglicht es den Flügeln, sich unabhängig von der Bewegung des Luftstroms immer in eine Richtung zu drehen.
Ocean Energy unterzeichnete eine Kooperationsvereinbarung mit 14 Partnern, darunter wissenschaftliche Zentren und Industrievertreter aus Großbritannien, Irland, Deutschland, Frankreich und Spanien, für einen groß angelegten Test des OE35-Systems. Das Projekt, das fast 20 Millionen Pfund an Finanzmitteln erhalten hat, wird voraussichtlich vier Jahre dauern.
In der ersten Phase werden die Ingenieure den OE35 am Testgelände bauen und dann zum Standort bringen und anschließen. In der dritten Phase werden die gewonnenen Daten analysiert und Möglichkeiten zur Kommerzialisierung der Technologie untersucht. Nach Berechnungen von Ocean Energy wird das künftige OE50-System bereits 2,5 MW Energie erzeugen können.
Das amerikanische Unternehmen CalWave entwickelt seit rund zehn Jahren ein Gerät zur Erzeugung von Wellenenergie und hat kürzlich einen weiteren Prototypentest abgeschlossen. Das Gerät zeigte eine hohe Leistung und Widerstandsfähigkeit gegen Stürme bei vollständig autonomer Steuerung.
2022-10-20 05:17:26
Autor: Vitalii Babkin