Industriegruppen aus Japan und Finnland werden gemeinsam Mobilfunktechnologien der sechsten Generation (6G) erforschen und entwickeln. Dies soll dazu beitragen, neue Standards für das heute von chinesischen Unternehmen dominierte Elektronikmarktsegment zu schaffen.
An der Vereinbarung werden der japanische Konzern Beyond 5G Promotion Consortium und der finnische finnische Konzern 6G Flagship teilnehmen. Auch das finnische Nokia soll sich an der Technologieentwicklung beteiligen. Die Vereinbarung wird auf dem heutigen Global Digital Summit 2021 bekannt gegeben, der von Nikkei und dem japanischen Ministerium für Inneres und Kommunikation gemeinsam ausgerichtet wird.
Die Initiative folgt der Vereinbarung zwischen den USA und Japan zur Entwicklung von Kommunikationstechnologien der nächsten Generation, deren Wert auf 4,5 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Es wurde bereits im April bekannt gegeben. Der Ausbau der internationalen Zusammenarbeit wird es ermöglichen, auf Augenhöhe mit der VR China zu konkurrieren, die tatsächlich internationale Kommunikationsstandards setzt.
Das Beyond 5G Promotion Consortium, das 6G in den 2030er Jahren kommerzialisieren will, umfasst die Universität von Tokio und Japans große Telekommunikationsunternehmen, darunter Nippon Telegraph & Telephone, NTT Docomo, KDDI, SoftBank Corp. und Rakuten-Mobile. Die finnische 6G Flagship-Gruppe wird von der Universität Oulu geleitet. Auf amerikanischer Seite wollen Cisco und Intel mit Japan kooperieren.
Bisher haben japanische Entwickler im Vergleich zu ausländischen Unternehmen zu wenige 5G-bezogene Patente. Zum Beispiel besitzt NTT Docomo 6% der Entwicklungen im Zusammenhang mit 5G, während American Qualcomm und Chinas Huawei jeweils 10% besitzen. Die japanische Regierung plant, dass die Unternehmen des Landes mindestens 10 % der Patente im Zusammenhang mit 6G-Technologien und 30 % oder mehr der zugehörigen Hard- und Software ausmachen werden.
2021-06-08 17:48:35
Autor: Vitalii Babkin