Eine neue Studie hat gezeigt, dass gentechnisch veränderte Bakterien eine wirksame Behandlung der Parkinson-Krankheit sein können. Forscher haben Bakterien geschaffen, die eine konstante Quelle von Medikamenten im Darm eines Patienten synthetisieren können, und Tierversuche haben gezeigt, dass sie sicher und wirksam sind.
Die Idee, Bakterien zur Behandlung zu erzeugen, ist nicht neu. Seit Jahren experimentieren Wissenschaftler mit Möglichkeiten, Bakterien an unsere Bedürfnisse anzupassen, von der Schaffung von Bakterien, die überschüssiges Ammoniak im menschlichen Körper absorbieren können, bis hin zur Unterstützung von Bakterien bei der Suche nach Darmkrebszellen.
Bevor eine solche Idee für den klinischen Masseneinsatz bereit ist, müssen natürlich eine Reihe von Hindernissen überwunden werden.
Es ist eine Sache, einem Patienten kontrollierte Dosen eines Medikaments in Pillenform anzubieten, aber das Wachstum lebender Mikroben zu begrenzen, die dazu bestimmt sind, dieselben therapeutischen Moleküle im menschlichen Darm zu synthetisieren, ist eine ganz andere Sache.
Eine neue Studie eines Wissenschaftlerteams macht einen weiteren Schritt vorwärts in der Entwicklung eines neuen Stamms des menschlichen probiotischen E. coli Nissle 1917, der entwickelt wurde, um kontinuierlich ein Medikament gegen die Parkinson-Krankheit zu synthetisieren, das als L-DOPA bekannt ist.
L-DOPA ist ein Molekül, das als Vorstufe von Dopamin fungiert und seit Jahrzehnten der Goldstandard für die Behandlung von Parkinson-Patienten ist.
Ärzte haben festgestellt, dass Patienten nach etwa fünf Jahren L-DOPA-Behandlung häufig Nebenwirkungen entwickeln, die als Dyskinesien bekannt sind. Es wird angenommen, dass diese Nebenwirkungen mit dem Fehlen einer konstanten Quelle des Arzneimittels im Gehirn zusammenhängen.
Um dieses Problem anzugehen, untersuchte die neue Studie, ob L-DOPA-produzierende Bakterien im Darm zu einer konsistenten Abgabe des Arzneimittels an das Gehirn führen könnten. Die Wissenschaftler sagen, dass die veränderten Bakterien ein Molekül namens Tyrosin essen und L-DOPA absondern.
Nach mehreren Iterationen und Verbesserungen der auf Darmmikrobiom basierenden Arzneimittelabgabetechnologie haben wir darmfreundliche probiotische Bakterien entwickelt, die stabile L-DOPA-Spiegel auf eine Weise produzieren können, die fein abgestimmt werden kann, um die für jeden Patienten erforderliche Dosis abzugeben.
Die Forscher behaupten auch, dass die von den Bakterien produzierten L-DOPA-Spiegel genau kontrolliert werden können.
Dies kann erreicht werden, indem entweder die tägliche Dosis von Bakterien, die in Kapseln aufgenommen werden, begrenzt wird, oder indem die Aufnahme eines Zuckers namens Ramhos moduliert wird. Dieser seltene Zucker wird von Bakterien zur Produktion von L-DOPA benötigt.
Wissenschaftler arbeiten auch daran, den Ansatz zur Behandlung anderer Krankheiten anzupassen, die eine konstante Dosierung von Medikamenten erfordern. Der nächste Schritt besteht darin, die gentechnisch veränderten Bakterien zu optimieren, da die Studie auf Versuche am Menschen abzielt.
Quelle: Experimentelle Biologie.
2022-04-04 09:46:50
Autor: Vitalii Babkin