Bisher ging man davon aus, dass Sonnenstürme in Zeiten hoher Sonnenaktivität am stärksten sind. Das Wissen darüber hilft, Satelliten, terrestrische Kommunikationssysteme und sogar das Leben und die Gesundheit von Kosmonauten und Piloten zu retten. Eine neue Studie hat gezeigt, dass die stärksten Sonnenstürme auch in Zeiten tiefer Sonnenstille auftreten können, was das Weltraumwetter über die uns bekannten Vorhersagemethoden hinausführt.
Ein Forscherteam der Universität Lund in Schweden analysierte etwa 9.200 Jahre alte Eisbohrkerne aus Grönland und der Antarktis. In den Proben suchten die Wissenschaftler nach Konzentrationen radioaktiver Isotope von Beryllium-10 und Chlor-36. Diese Stoffe entstehen unter dem Einfluss hochenergetischer kosmischer Teilchen, die die Erde erreichen, und werden in Eis und Sedimenten gespeichert.
Die in den Proben gefundenen hohen Konzentrationen spezifischer Isotope deuteten darauf hin, dass vor etwa 9.200 Jahren ein starker Strom hochenergetischer kosmischer Teilchen die Erde traf. Das passiert bei starken Sonnenstürmen, aber das Problem ist, dass sich die Sonne zu diesem Zeitpunkt in einer ihrer ruhigsten Phasen befand und nur minimale Aktivität zeigte. Eine so starke Sonnenaktivität, wie die Kernanalyse zeigt, konnte einfach nicht sein.
Wissenschaftler vermuten, dass kleine Sonnenstürme der traditionellen „Wippe“ der Sonnenaktivität folgen, aber Superstürme können ihrer eigenen Erscheinungslogik folgen. Wahrscheinlich müssen wir auf diesem Gebiet noch viel lernen, bevor das Weltraumwetter zu einem offenen Buch für Erdwissenschaftler wird.
2022-01-27 16:14:33
Autor: Vitalii Babkin